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1. Wie viele Fahrstunden sind obligatorisch?

In der Schweiz gibt es im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern kein Obligatorium für eine bestimmte Anzahl Fahrlektionen beim Fahrlehrer. Wie viele Fahrstunden es braucht richtet sich mehr nach den Möglichkeiten des Fahrschülers auch privat zu üben, dem Flair, der Lern- und Konzentrationsfähigkeit. Zu guter Letzt braucht es eine gute Portion Motivation, alle die des Schülers erlernten theoretischen Gesetze nun in die Praxis umzusetzen.


2. Wie viele Fahrstunden sind heute Durchschnitt?

Der schweizerische Durchschnitt der letzten Jahre beträgt gemäss Statistik 33 Lektionen. Dies ist ein Durchschnittswert, der nach oben wie unten massiv abweichen kann. Bei Freude am Autofahren, Interesse an der Ausbildung und guter Auffassungsgabe ist dies jedoch zu unterbieten. So sind erfolgreiche praktische Prüfungen auch mit 15 bis 18 Stunden keine Seltenheit.

Achtung bei "Billig Fahrschulen". 1. Billig heisst oft nicht günstiger Fahren! 2. Wer billig Arbeitet tut dies meist nur weil er dazu gezwungen ist; d.h. zuwenig Fahrschüler hat und desshalb lieber fast nichts verdient als gar keine Arbeit zu haben. !!!Eine gute und seriöse Fahrschule hat aber immer genügend Arbeit!!! 

Oberstes Ziel einer seriösen Fahrschule ist: So wenig Fahrlektionen wie möglich, aber so viele wie nötig.


3. Mein Vater brauchte nur 4 Stunden, wieso?

Die Zunahme des Strassenverkehr war in den letzten 25 Jahren enorm! Dazu herrscht oft extreme Hektik und Rücksichtslosigkeit auf der Strasse. Die Anforderungen der Führerprüfung sind um einiges höher als noch vor Jahren. Neu dazu kommen zum Beispiel auch die Kreisel, das konsequente Einspuren und der Kontrollblick vor dem Abbiegen, welche ebenfalls eine neue Herausforderung darstellen. Gleichzeitig wird heute auch sehr auf eine ökologische Fahrweise geachtet. 


4. Ein Freund von mir brauchte nur 10 Stunden? 

Fast unmöglich, bestimmt. Oft wird jedoch auch ein wenig tief gestapelt, um das Ansehen seiner Person zu heben. Oder er ist wirklich jeden Tag und am Wochenende privat gefahren und hat so sein Können vertieft. Viel privates Fahren ist auf jeden Fall hilfreich und wird von uns sehr empfohlen.

In der Schweiz darf privat geübt werden, jedoch muss die Begleitperson mindestens 23 Jahre alt sein und den Führerschein seit 3 Jahren besitzen, dessen Kategorie sie beaufsichtigt.


5. Ist es sinnvoll privat zu fahren?

Sehr sinnvoll! Jedoch erst nach rund 6 bis 8 Fahrstunden, damit die Grundkenntnisse und die wichtigsten Regeln bereits bekannt sind und im Anschluss nicht falsche "Muster" wieder abgewöhnt werden müssen. Wie zum Beispiel: Lenkradhaltung, Blicksystematik, Spurwahl, Schaltvorgänge.


8. Mittel gegen Prüfungsstress?

Eine gute, fundierte Ausbildung. Viel Erfahrung. Du solltest wenn möglich etwa 50 Stunden ein Fahrzeug gefahren haben. Deshalb ist es äusserst wichtig, viel privat zu fahren.


Ausser beim Taxi (BPT Berufsmässiger Personen Transport) braucht es auch für private Übungsfahrten ein blaues "L". Das verwendete Fahrzeug muss in gutem technischen Zustand sein und die Hilfs- und Stellbremse (Handbremse) muss sich in der Mitte der beiden Vordersitze gut zugänglich für die Begleitperson befinden. Fahrzeuge welche die Stellbremse als Fusstellbremse links neben dem Kupplungsbedal haben (z.B. Tuareg, Cayenne, gewisse Japaner, Mercedes, Volvo, etc.) dürfen nicht für Übungsfahrten mit Fahrschülern verwendet werden.

Verkehrsreiche Strassen dürfen gemäss Gesetz erst bei fortgeschrittener Ausbildungsdauer und Autobahnen erst bei Prüfungsreife befahren werden.

Die privaten Fahrstunden sollten mit den in der Fahrstunden erlernten Unterlagen erfolgen und nicht nach dem Motto "ANNO dazumal" gemacht werden. Es gibt laufgend neue Regelungen und Gesetze, welche unsere Eltern und älteren Freunde leider nicht mehr kennen. Wenn privat geübt wird, dann anhand der Unterlagen vom Fahrlehrer. Es sollte nicht nur einfach in der Gegend herumgefahren werden, sondern gezielte Übungen, die vorgängig in der Fahrschule eingeschult worden sind, weiter vertieft werden. Z.B. das Befahren von Kreisverkehr, Kreuzungen, Gabelungen, Einmündungen, Einspuren, nach Wegweiser fahren, Vortritt und Blicktechnik. Etliche Fahrlektionen könne gespart werden, in dem man privat die Manöver übt!! Dies sind: Parkieren (seitlich, vorwärts, rückwärts), Wenden, Bergsichern, ein langes Stück Rückwärtsfahren. 

  

Seit das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich wegen zu vielen negativ bewerteten Führerprüfungen im März 2012 neue Massnahmen vor der dritten Autoprüfung eingeführt hat, ist laut Strassenverkehrsamt die Erfolgsquote bei den Autoprüfungen wieder deutlich angestiegen: Von 64 im Jahr 2012 auf 70 Prozent im Jahr 2014. Damit sind die Prüflinge in Zürich endlich wieder erfolgreicher als der nationale Durchschnitt, der 2014 bei 67,5 Prozent lag. Noch 2012 erreichten die Zürcher mit 64 Prozent eine tiefere Quote als der Schweizer Durchschnitt von über 65 Prozent.

Der Erfolg hat jedoch einen hohen Preis: Laut einer Befragung unter mehreren Fahrlehrern im Kanton Zürich besuchen deren Fahrschüler im Schnitt 30 bis 40 Fahrstunden, bevor sie zur Prüfung angemeldet werden. In der restlichen Deutschschweiz sind es hingegen 27 bis 29, wie eine Erhebung des Schweizerischen Fahrlehrerverbands zeigt.

In Zürich kostet eine Fahrausbildung etwa 4500 Franken.
Das sieht Willi Wismer, Präsident des Zürcher Fahrlehrerverbandes anders. «Es gab ein paar schwarze Schafe, die sich von ihren Schülern unter Druck setzen liessen und diese zu schnell zur Prüfung anmeldeten.» Mit der neuen Massnahme seien aber auch Fahrlehrer, die kaum Probleme hätten, vorsichtiger geworden. «Sie warten lieber noch ein paar zusätzliche Fahrstunden ab, bevor sie ihre Schüler zur Prüfung anmelden», sagt Wismer.

In nackten Zahlen bedeutet das, dass bis zum Bestehen der praktischen Führerprüfung im Kanton Zürich rund 4500 Franken ausgegeben werden. «Die Ausbildung ist heute sicher teurer als früher», sagt Wismer. Dies hänge aber auch mit den Bedingungen zusammen. Der Verkehr sei heute viel dichter und darum komplexer und anstrengender geworden.

Fahrschüler können weniger mit Eltern üben

«Es ist zum Beispiel viel schwieriger, auf der Autobahn einen Spurwechsel zu machen, es braucht viel mehr Aufmerksamkeit.» Die Führerscheinprüfung sei entsprechend anspruchsvoller geworden.

«Man muss heute mehr können, um zu bestehen.» Ausserdem würden die Jungen weniger mit den Eltern fahren gehen, weil diese oft keine geschalteten Autos mehr hätten, «sie müssen dann mit dem Mobility-Auto üben oder nur mit dem Fahrlehrer».